Host: Christine

 

Christine war meine erste Unix-Maschine, 1990 mit Co­he­rent, einem low-cost Unix für PCs der Mark Williams Company, die 1995 ihre Ge­schäfts­tä­tig­keit eingestellt hat. Nachdem ich wäh­rend meines Dokumentar-Studiums An­fang der 80er des vergangenen Jahrhunderts bereits auf ei­ner PDP-11 mit einem ähnlichen Be­triebs­sy­stem zu tun ge­habt hatte, konnte ich mich nun mit dem Aufbau und den Ei­gen­hei­ten eines (Version 7) Unix-Derivates be­kannt ma­chen. Al­ler­dings lief dieses Be­triebs­sy­stem nur etwa ein Jahr bei mir, weil dann (auf­grund ent­spre­chen­der Aufträge bzw. An­for­de­run­gen) die Maschine mit Novell Netware aus­ge­stat­tet wur­de.  - Unix, ge­nau­er: GNU/Linux bekam dann bald darauf eine an­dere Maschine.

Neben den obligatorischen Datei-Diensten (mit zu­nächst zwei SCSI-Platten voller Bauhöhe) bot der Net­Ware-Ser­ver auch seinen Drucker den Arbeitsplatz-Rech­nern an. Zunächst ein damals üb­li­cher Nadel-Drucker, später kam ein Laserdrucker hin­zu. Beinahe ein Jahrzehnt lang ver­rich­tete die Ma­schi­ne in dieser Ausstattung tapfer ihren Dienst und bot daneben ein hervorragendes Umfeld so­wohl für das Erlernen bzw. Vertiefen der Netware-Ad­mi­ni­stra­tion als auch für das Testen von Pro­gram­men, die in ei­nem Novell-Netz­werk dessen Spe­zi­fi­ka und Mög­lich­kei­ten nut­zen sollten.

Als infolge der (mangelnden) Jahr-2000-Si­cher­heit eine neue Netware-Version fällig ge­wor­den wäre, wurde No­vell jedoch  – soweit's den Ser­ver-Teil betrifft –  ein­ge­stellt und durch einen pas­sen­den Dämonen (mars_nwe) unter Linux ersetzt. Zum einen spielten hierbei Kosten-Er­wä­gun­gen eine ent­scheidende Rolle; zum anderen war zu dem Zeit­punkt auch unter meinen Auftraggebern bzw. (po­ten­ti­el­len) Kunden niemand, der noch in An­wen­dungs-Ent­wick­lung unter Netware investiert hätte, längst war IPX/SPX durch TCP/IP verdrängt wor­den (bekanntlich ist das Gute des Bes­se­ren Feind ). Und schließlich konnte ich auch der von No­vell ge­frön­ten Res­sour­cen-Verschwendung nichts ab­ge­win­nen, die ihr Ser­ver-Betriebssystem mit einer völlig un­nö­ti­gen gra­phi­schen Oberfläche aufgebläht hatten  - dem schlech­ten Bei­spiel Micro$ofts hierin nach­eifernd.

Unter Linux stellt seit­her mars_nwe Netware-Zu­griff zur Verfügung, Samba bietet daneben SMB-Zugriff so­wie beide Drucker-Dienste; (s.u.).

Host Christine
 Prozessor   Betriebssystem   Peripherie   Hauptaufgaben 
AMD 486/100 GNU/Linux (RedHat 7.2), Kernel 2.4.20-18.7 48MB RAM; 4 SCSI HD (900MB-4GB); 2 Ethernet NICs (BNC, UTP);
Tastatur/Maus/Monitor mittels Master View CPU Switch gemeinsam mit anderen Maschinen
Netware-Server für PABX; SMB-Server für (v.a.) Katharina; Print-Server für's gesamte Netz

Als die Maschine Mitte Mai 2004 außer Dienst gestellt wurde, war zuvor noch folgendes zu erfahren:
4:47pm up 408 days, 1:58, 1 user, load average: 0.12, 0.11, 0.02

Alles in allem - soweit's die Hardware betrifft - hat die Maschine rund eineinhalb Jahrzehnte lang treue Dien­ste geleistet. Allein schon der Umstand, daß die beiden 900MB SCSI-Platten ohne Probleme über zehn Jah­re lang funktioniert haben, erscheint bemerkenswert (allerdings hatten sie, wie die anderen Ein­zel­tei­le ebenso, damals auch ihren Preis). Ob nun Kroisos eben­so lange und zuverlässig arbeiten wird, bleibt ab­zu­war­ten ...